Blogger Relations…schon wieder so ein Modewort. Möchte man meinen. Besonders, wenn man sich durchliest, was so alles zu diesem Thema gerade geschrieben wird. Aber nein, sowohl Blogger, als auch Relationshipmanagement gibt es seit vielen, vielen Jahren – nur damals hat sich – mit wenigen Ausnahmen – noch keiner dafür interessiert.

Dani hat ihre Diplomarbeit 2005 zum Thema „Corporate Blogs“ geschrieben und ihre ersten Blogger Relations Erfahrungen (auf Blogger Seite) 2007 gemacht – zu einem Zeitpunkt, wo es kaum jemanden in Österreich gab, der Blogs eine großartige Bedeutung beigemessen hat. Etwa um die gleiche Zeit habe ich mich mit dem Thema Relationshipmanagement beschäftigt. Damals hieß es CRM oder Customer Relationship Management. Auch dieses Thema war Anfang 2005 bestenfalls ein notwendiges Übel, aber verglichen mit klassischer Werbung, wie TV, Print, Plakat etc immer unterschätzt und in den meisten Firmen eher das Marketing-Stiefkind.

Warum? Weil man im CRM keine Kontakte in die Medienwelt macht, kaum Einladungen zu fancy Events oder Awardshows bekommt und sich nicht mit Zahlen von Drittanbietern wie Mediaagenturen oder Marktforschungsinstituten schmücken kann. Nein, im CRM ist jede Kampagne (oder sogar nicht gemachte Kampagne) sehr rasch spürbar. In echten Zahlen aus der Kundenbasis wie zB Anzahl an Kündigungen oder im Revenue. Erfolgreiche Kampagnen im CRM passieren nicht einfach so (ok, 1% Glück ist immer dabei), sondern nur dann, wenn man sich intensiv und ausgiebig mit der Zielgruppe beschäftigt, sie kennenlernt und dann für sie maßgeschneidert Kampagnen kreiert.

Arbeitsintensiv und trotzdem liebe ich es. Es gibt kaum ein Gebiet im Marketing, in dem man so schnell das Ergebnis seiner Arbeit sehen kann. Außerdem kann man im CRM soviel lernen – über das Unternehmen, das Kundenverhalten, Wordings, Versandzeitpunkte,… unendlich. Und mit jedem Kunden, jedem Projekt kommen neue Dinge hinzu. Ein spannendes Feld, das eine gute Mischung aus Erfahrung, Lernfähigkeit, Analyse und Empathie voraussetzt.

10 Jahre später  haben Dani und ich eine Agentur gegründet, die „Blogger Relations macht“ – und ein Blogger-Event ins Leben gerufen, das wir  heiß lieben (>> foodcamp.at). Aber nicht, weil es gerade Thema ist, sondern aus innerer Überzeugung und Commitment zu beiden Säulen, den Bloggern und dem Beziehungsmanagement.

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Bloggerausflug mit NOAN Olivenöl.

„Die Blogger“ sind genausowenig eine homogene Zielgruppe, wie „die Kunden“. Und es ist wohl keine rocket science, das sie entsprechend zielgruppengerecht angesprochen werden sollten. Trotzdem scheitern schon dabei die meisten (PR-)Agenturen und sogar Berater.  Auch die Anzahl an Personen, die zu Events nicht auftauchen oder plötzlich absagen, spricht Bände – wenn es keine Beziehung zwischen Firma/Agentur und Bloggern gibt und keinen der sich mit den Bedürfnissen der Blogger beschäftigt, dann passiert nämlich genau das.

Blogger Relations gone wrong. Ich bin sicher, das fast jeder Blogger sich schon öfters gefragt hat, warum Firma/Agentur xy sie kontaktiert. Oder warum man trotz mehrmaliger Benachrichtigung noch immer falsch angesprochen wird. Und das sind nur Kleinigkeiten. Wie in jeder guten, glücklichen Beziehung gibt es simple Grundregeln, die logisch erscheinen, aber oft vernachlässigt werden, wie zum Beispiel:

1) Respekt und Begegnung auf Augenhöhe

2) Klarheit in der Erwartungshaltung und den jeweiligen Leistungen

Würden Firmen und Agenturen alleine diese Punkte berücksichtigen, dann wäre schon viel erreicht.

Es gibt zig Best und Worst Beispiele für Blogger Kampagnen – die meisten die diesen Artikel lesen werden, kennen sie. Aber liebe Berater, Social Media Menschen und Agenturleute, darum geht es nicht. Wir müssen nicht feiern, wenn eine Firma mit wahnwitzigem Budget auch mal an Blogger Relations denkt. Wer kreativ ist, kann auch mit kleinen Budgets charmate Events gestalten und gute Ergebnisse erzielen. Große Budgets sind eine feine Sache und wir schätzen die Verantwortung die damit kommt, genauso wie die weiten Grenzen bei der Kreativität. Wer aber glaubt man kann mit kleinem Budget keine nachhaltigen Blogger Kampagnen schaffen, der hat es einfach nicht verstanden.

Mehr zu Blogger Relations & was sich andere dazu denken hier:

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