Vor einigen Wochen sind wir auf einen „Kochreisenden“ aufmerksam geworden: Felix Franz Ferdinand. Er wuchs quasi mit der Gabel im Mund auf (ok, seine Eltern führen ein Hotel bzw. Restaurant) und hat sich im vergangenen Jahr auf die Suche nach kulinarischen Herausforderungen im Ausland gemacht. Nachdem die Optionen in den Sternefresserläden unzufriedenstellend waren (Details im Interview), hat er seine eigene Version eines Praktikums erfunden und reist nun durch die Welt, um live & direkt fremde kulinarische Kulturen kennenzulernen. Damit passt er bestens in unsere neue Kategorie „Tastemakers“ und darum haben wir ihn um ein Interview gebeten – et voilà!

FelixFranzFerdinand

Felix Franz Ferdinand – ein cooler Typ, der durch die Welt reist und kochen lernt. Fotocredit: FFF

Wie bist du überhaupt auf diese Idee gekommen?
Wie ich auf die Idee gekommen bin? Puhh das ist eine lange Story…
Zu allererst muss ich erklären, dass ich das letzte Jahr im elterlichen Betrieb (www.derseehof.at) in der Küche verbracht und dort sehr viel gelernt habe. Ich wusste allerdings schon direkt nach der Matura, dass ich nach diesem Jahr zu Hause ins Ausland gehe. Ich wusste auch, dass ich kochen lernen wollte.

Im vergangenen Sommer dann, hab ich mich beworben. Vorwiegend in Skandinavien, vorwiegend in Sternefresserläden. Selten bekam ich Feedback und wenn dann wurde mir nur mitgeteilt, dass ich kommen könne, jedoch mindestens ein Jahr, 16 Stunden, 5 Tage die Woche arbeiten müsste. So läufts in der Top-Gastronomie, aber das wusste ich schon vorher, da ich ja so aufgewachsen bin. Nur hatte ich irgendwie keine Lust auf das Ganze und hab in meinem Kopf nach Alternativen gesucht.
Ein befreundeter Hotelier-Kollege brachte mich dann auf diesen Pfad. Zuerst „Guerilla mäßig kochen“, dann „Guerilla-Marketing“ und nach gefühlten 6 Stunden Diskurs kam der Begriff „Blog“. Eine Alternative also zu meinem Top-Gastronomie-Plan: Weggehen, die Basics verschiedener Küchen und (Ess)Kulturen erlernen, nichts Großartiges.
Leute kennenlernen und über Erfahrungen zu berichten und vielleicht irgendwann über den Blog ein bisschen Taschengeld für’s Reisen und Lernen „verdienen“.

Was war das bisher schönste Erlebnis deiner Reise?
Bis jetzt war jeder Tag schön. Bin immer schon ein Optimist. Ich bin happy. Das ist womöglich das Schönste seit dem Beginn. Aber man muss auch dazusagen dass ich ja erst begonnen habe.

Welchen Song braucht man für das perfekte Essen daheim?
Momentan ist es wohl, „Für Immer Immer – Fettes Brot“ oder „Asta – My Heart Is On Fire (Marius Hörsturz Edit)“

Was darf in der Küche nie fehlen?
Liebe.

Welches Lebensmittel/Gewürz/Kraut magst du gar nicht?
Bis vor kurzem war eines der letzten ungeliebten Dinge: Kreuzkümmel. Aber hier in der Türkei ist der ja überall drin, also muss ich „ihn“ jetzt mögen.

Was wird, deiner Meinung nach, kulinarisch überschätzt?
In meinen Augen wird nichts wirklich kulinarisch „überschätzt“ – es fehlt eher das allgemeine Bewusstsein für gastronomisch-kulinarische Abläufe beziehungsweise hat fast kein Konsument auch nur ansatzweise einen Tau, wie viel Arbeit hinter einem Gericht steckt, um das als Beispiel zu nehmen. Es ist den meisten eher egal was sie essen, hauptsache es füllt und ist nicht zu teuer. Traurig, aber ich denke, dass meine Generation da etwas verändert.

Wohin gehst du gerne essen?
Am liebsten gehe ich zu Oma. Die hat’s meinem Vater auch schon gelernt, das Kochen.

Vielen Dank lieber Felix Franz Ferdinand!

Wer noch mehr über den travelling cook erfahren will (zB woher der lange Name stammt) > auf seinem Blog, dem Instagram-Account und auf Twitter erfahrt ihr mehr!

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