Was haben Lungauer Tauernroggen, Wildschönauer Krautingerrübe und Vorarlberger Riebelmais gemeinsam? Sie sind typische Nahrungspflanzen für die Gegend aus der sie stammen. Optimal angepasst an das Klima, die Böden, die Vorlieben und Rezepte. Diese und noch viele weitere Urpflanzen findet man im Schaugarten der ARCHE NOAH, der im Juni 2014 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbe Österreichs von der UNESCO aufgenommen wurde.

Das Wissen um Besonderheiten und das sorgsame Kultivieren dieser und anderer Kulturpflanzen sind von Generationen über Generationen überliefert worden und haben eine Vielfalt an Sorten hervorgebracht. Jedoch stellen der rasante wirtschaftliche Fortschritt, die Globalisierung, wechselnde Ernährungsgewohnheiten, sowie Naturkatastrophen eine große Bedrohung für die Erhaltung dieser Pflanzenart.

Der Verein der ARCHE NOAH hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wissen um traditionelle Saatgutherstellung, Anbau und Nutzung lokaler Sorten zu erhalten.

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Wunderbare Sortenvielfalt! (Fotocredit: Arche Noah)

Mit rund 4.500 verschiedenen Saaten hütet die ARCHE NOAH eine wahre Schatzkiste an Pflanzenraritäten. Am 23. Juni 2014 wurden im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Schaugarten in Schiltern, diese Bemühungen belohnt. Das eingereichte Element „Traditioneller Samenbau und Saatgutgewinnung“ wurde von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe Österreichs ernannt. Es ist eine Anerkennung der herausragenden und sorgfältigen Arbeit und des Engagements der ARCHE NOAH, Nahrungspflanzen und Raritäten seit bald 25 Jahren zu schützen und zu bewahren. Die Bewahrung dieses uralten Wissens ermöglicht nicht nur die Sicherung zukünftiger essentieller Ressourcen und die Bewusstseinsschaffung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, sondern ist auch die Wertschätzung von Kostbarkeiten, die auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben sollen.

Interessierte können den Schaugarten der ARCHE NOAH in Schiltern besuchen und ein Stück Kulturerbe mit nach Hause nehmen, um es mit Familie und Freunden zu teilen.

….dann WISSEN Sie in der ZUKUNFT was Sie essen.

Ein Artikel von Maria Niederwieser, Praktikantin der Coolinary Society im Juli 2014

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