2015 hat begonnen und zackprack ist die Streetfood Szene in Wien zum Leben erwacht. So scheint es jedenfalls und wir wünschen allen, die für qualitatives Streetfood in Wien sorgen alles Gute und freuen uns gemeinsam mit allen Foodies über die erhöhte Vielfalt auf Wiens Straßen! Den Startschuss hat das Artisan Food Collective mit ihrem kleinen, aber feinen Street Food Clubbing gemacht.  Am 30. April wird das Thema aber noch ein bisschen größer zelebriert, denn Roman Groiss, Organisator des schon bekannten Mondschein Bazars (Wiener Nachtflohmarkt), hat ebenfalls seine Liebe zu Street Food entdeckt und einen Markt auf die Beine gestellt. Wir sind schon sehr gespannt – das Facebook Event hat jedenfalls schon fast 15.000 Teilnehmer und das lässt Großartiges erhoffen.

Wir haben Roman zum Interview gebeten und mit ihm über Idee, Inspiration, die besten Food Trucks & Food Märkte in Europa geplaudert:

Wie bist du auf die Idee gekommen einen Streetfood Markt in Wien zu organisieren?
Reisen & Essen sind für mich der größte Luxus und Genuss im Leben. Ich reise mit Leidenschaft in asiatische Länder, wo man mit viel Neuem und teilweise außergewöhnlichen Speisen aus den Straßenküchen konfrontiert wird. Auf allen meinen Reisen habe ich viel Zeit mit Essen verbracht und Food Märkte haben mich überall fasziniert und angezogen. Nicht nur wegen des Essens, sondern auch wegen der besonderen Orte an denen diese Food Märkte stattfinden. Spätestens seid dem Besuch des Berliner Streetfood Thursdays in der Markthalle IX war uns klar, dass Street Food ein Trend ist, der in Europa angekommen ist. Leider sind Märkte in Wien vom Aussterben bedroht und aus schönen Markthallen wurden Supermärkte oder Einkaufscenter, daher war es für uns höchste Zeit hier etwas Neues zu starten.

Gibt es irgendwelche Hürden, die im Vorfeld zu bewältigen waren oder alles easy in der Organisation?
Wir stecken gerade mitten drinnen in der Organisation. Hürden gibt es immer, wenn es darum geht Events zu gestalten. Angefangen von Auflagen der Stadt über Feuerschutzbestimmungen bis hin zu gewerberechtlichen Fragen. Dabei ist die größte Herausforderung an die richtigen Informationen zu gelangen, die man braucht um einen Eventplan in die Realität umzusetzen. Man kann sich schnell im Auflagendschungel verirren und muss hartnäckig bei der Recherche bleiben wenn man auf widersprüchliche Aussagen stößt.

Wie definierst du Street Food? Soviele Foodtrucks gibt es ja in Wien (noch) nicht…
Bei Street Food geht es für uns um das Kochen mit Leidenschaft, Kreativität und aus Liebe zu den Geschmacksnerven. Dabei ist Street Food beschleunigtes Slow Food, mit Qualität frisch und zum kleinen Preis direkt vor den Augen des Gastes zubereitet. Es geht dabei darum am besten mit den Händen essen zu können und gerne mal auch patzen zu dürfen. Ob Street Food nun aus dem Truck, einer Fahrradküche oder über den Standtresen geht, spielt dabei keine Rolle für uns.

© Philipp Lipiarski / www.goodlifecrew.at

Roman Groiss hat Großes vor. Fotocredit: Philipp Lipiarski / www.goodlifecrew.at

 

Dein Lieblingsfoodtruck in Wien oder anderswo?
Unser Lieblingstruck in Wien ist sicher der von den Wrap Stars (Anm. der Redaktion: auch unsere Lieblinge!). Die Wraps der Jungs schmecken einfach köstlich und man merkt, dass hier mit viel Liebe zum Detail und mit Qualität zubereitet wird. Aber es gibt noch ein paar Food Trucks in Wien die wir noch nicht probiert haben. Darum freuen wir uns, das beim Street Kitchen Food Market hoffentlich mehrere vor Ort sind und auch wir uns durchprobieren können.

Ein inspirierender Streetfood Markt, den du schon besucht hast (weltweit)?
Da stehen bei uns der Borough Market in London und natürlich der Streetfood Thursday in Berlin an erster Stelle. Beide finden in tollen Locations statt und haben eine große Auswahl an Produkten aus der ganzen Welt. Dazu kommt natürlich, dass es sich bei beiden Städten um multikulturelle Städte handelt, was sich wohl nirgends besser als auf den Märkten widerspiegelt.

Welche Relevanz hat gutes Essen in deinem Privatleben und was ist dein Lieblingsessen?
Für gutes Essen muss man sich Zeit nehmen. Allein wegen diesem Aspekt ist gutes Esssen ein nicht selbtverständlicher Luxus für mich. Dabei geht es mir eben nicht um seltene und teure Zutaten, denn auch ein Butterbrot mit Schnittlauch kann in manchen Momenten der größte kulinarische Genuss für mich sein. Am liebsten koste ich mich allerdings durch die indische Küche.

Was wünscht du dir für Wien – welche Weiterentwicklung im Foodbereich würde der Stadt gut tun?
In Sachen kulinarischer Vielfalt hat sich sehr viel in Wien getan. Ich denke unsere Gesellschaft geht wieder in die richtige Richtung und entfernt sich immer mehr vom klassischen Junk Food. Das liegt sicher auch daran, dass sich viele junge Köche als Jungunternehmer engagieren und genügend Abwechslung bieten. Schön wäre es wenn Märkte wie der Schwendermarkt im 15. Bezirk die notwenige Unterstützung seitens der Stadt zur Wiederbelebung bekommen.

Willst du unseren Lesern sonst noch etwas Wichtiges mitteilen?
Wir freuen uns wenn ihr am 30.04.2015 zum ersten Street Kitchen Food Market in der Marx Halle kommt. Bis dahin, Stay Hungry!

Vielen Dank für das Interview Roman & viel Erfolg für die Street Kitchen!

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